ADHS / ADS in der Ergotherapie

Aufmerksamkeits-Defizit-(Hyperaktivitäts)-Störung

Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen

ADS oder auch Aufmerksamkeitsdefizitstörung ist eine neurobiologische Störung. Dazu ergänzend redet man auch von ADHS, je nach Verlauf der Erkrankung und dem Verhalten des Patienten. Eine Diagnose wird sehr oft schon im Kleinkindalter gestellt, allerdings gibt es hier zu beachten, dass die Diagnose AD(H)S oftmals vorschnell gefällt wird, nur weil das Kind etwas von der Norm “abweicht”. Hier sollten Eltern penibel darauf achten, dass nur Fachärzte-/-zentren spezifische Tests ausführen und auswerten können, sodass eine gesicherte Diagnose gestellt werden kann. Nur weil Ihr Kind etwas lebhafter oder etwas schüchterner ist, mit Aufgaben noch nicht ganz klar kommt oder einfach noch nicht eine volle Konzentrationsfähigkeit entwickelt hat, heißt das noch lange nicht, dass hier AD(H)s vorliegt.

Gemeinsame Symtome von ADS und ADHS sind:

  • Emotionalität
  • Gestörte Feinmotorik
  • Trödelt gerne
  • Unaufmerksamkeit
  • Unkonzentriertheit
  • Vergesslichkeit
  • Zerstreutheit

Ergänzende Symptome bei ADS

  • Ängstlichkeit
  • Erhöhte Empfindlichkeit gegen Umfeldeinflüsse
  • Erhöhte Hilfsbereitschaft / Abgrenzungsprobleme
  • Langsamkeit
  • Schüchternheit
  • Verträumtheit

Ergänzende Symptome bei ADHS

  • Auffallende Überdrehtheit
  • Erhöhtes Störverhalten
  • Erhöhte Impulisivität
  • Schnell auftretende Frustration
  • Stark auftretende Ungeduld
  • Zappeligkeit

AD(H)S bei Erwachsenen

Nicht nur in der Kinderheilkunde (Pädiatrie) ist ADHS ein Thema. Man geht davon aus, dass ca. 15% der Kinder diese Störung auch noch bis ins Erwachsenenalter mitnehmen. Es gibt auch Patienten, bei denen ADHS selbst erst im Erwachsenenalter festegestellt wird. Die Symptome gehen dabei aber insoweit zurück, dass die Hyperaktivität meistens zurück geht und sich dann ide Unaufmerksamkeit in den Vordergrund rückt.

Für Erwachsene mit ADHS ist es häufig ein Problem, eine geeignete Beratung oder therapeutische Hilfe zu finden, da bislang diese Störung vorwiegend nur für Kinder als problematisch betrachtet wurde. Wir machen hier bei der Aufnahme allerdings keine Unterschiede, sodass wir auch erwachsenen Menschen helfen können, die etwas gegen ihre Störung machen wollen.

Situationsanalyse

Ergotherapie Mannheim | Bei Dyskalkulie muss man das Selbstvertrauen des Patienten stärken

Zu Beginn jeder Therapie werden wir mit Ihnen zusammen eine IST-Analyse erstellen, um so die Stärken und Schwächen Ihres Kindes kennen zu lernen.

Verhaltenstraining

ADHS Therapie Mannheim | Verhaltenstherapie

Im Verhaltenstraining erlernt ihr Kind verschiedene Verhaltensweisen, um in problematischen Alltagssituationen besser zu reagieren. Außerdem bringen wir Ihrem Kind verschiedene Möglichkeiten nahe, Körper und Seele zu entlasten um so besser zur Ruhe zu kommen.

Kognitive Therapie

ADHS Therapie Mannheim | Kognitive Therapie

In der kognitiven Behandlung bekommt ihr Kind strukturiertes Arbeiten beigebracht, um so schneller zu Lösungen eines Zieles zu gelangen. Das hilft Ihrem Kind insofern, dass es schneller zu positiven Erfolgen kommt.

Elterntraining

ADHS Therapie Mannheim | Elterntraining

Im Elterntraining werden auch Mutter und Vater beraten, wie sie mit Ihrem Kind in bestimmten Situationen besser umgehen können, um etwaige Konflikte zu umgehen. Gerne können auch etwaige Geschwisterkinder dazu kommen.

Kompetenztraining

ADHS Therapie Mannheim | Kompetenztherapie

Im Kompetenztraining bekommt ihr Kind gezeigt, wie es am besten mit Konflikten umgehen kann und diese auch lösen kann. So sinkt die Frustrationsschwelle und ihr Kind wird wesentlich selbstbewusster.

Integrationstherapie

ADHS Therapie Mannheim | Förderung der Motorik

In der sensorischen Integrationstherapie werden wir gezielt an fein- und grobmotorischen Problemen arbeiten. Auch dadurch gewinnt Ihr Kind ein größeres Selbstbewusstsein und gewinnt mehr Sicherheit im Alltag.

Wie sollen wir Eltern mit unserem Kind umgehen?

Postives fördern und unterstützen

Achten Sie auf Ihr Kind und schauen Sie genau hin, was ihnen positiv auffällt. Fördern sie in Zukunft all das, was positiv aufgefallen ist und fördern Sie ihr Kind in diesen Schritten, in dem Sie ihm immer die Aufgaben stellen, bei denen Sie wissen, dass Ihr Kind diese gut erledigen kann und dadurch auch für sich mehr Selbstbewusstsein gewinnt.

Klar definierte Regeln und Uhrzeiten

Bei Kindern mit AD(H)S ist es wichtig, eine klar definierte Struktur im Alltag einzubauen. Ihr Kind wird sich durch diese Strukturen und Regeln besser orientieren können und dadurch auch sein Verhalten dementsprechend anpassen, da es lernt, welches Verhalten wann genau gewünscht ist.

Kontakt mit Kindergarten/Schule suchen

Wichtig bei AD(H)S ist es, Kindergarten und/oder Schule und/oder etwaige Therapeuten und Ärzte mit ins Boot zu holen. Nur so kann eine leistungsgerechte Beurteilung und Benotung ihres Kindes stattfinden. Das kommt ihrem Kind insofern zugute, dass alle Stellen ihr Kind gleich behandeln und eine Zusammenarbeit mit ihrem Kind vereinfacht wird.

Klare Abläufe bei Hausaufgaben

Hausaufgaben sind für AD(H)S Kinder besonders anstrengend, daher ist es wichtig, eine Art Ritual zu finden, bei dem sich ihr Kind wohlfühlt und dadurch die Hausaufgaben gerne und konsequent erledigt. Dies hilft dabei, die Konzentration zu fördern und kann für wesentlich ruhigeres Arbeiten sorgen. Legen sie eine feste – reiz- und geräuscharme – Umgebung und bestimmte Uhrzeiten für die Hausaufgaben fest. Bauen Sie in dieser Zeit auch Pausen ein, sodass sich Ihr Kind von den Anstrengungen auch zwischendrin kurz erholen kann. Zum Beispiel 15 Min Hausaufgabenzeit plus 5 Minuten Pause, die ihrem Kind zur freien Verfügung steht. Am Ende der Hausaufgaben richten Sie mit ihrem Kind zusammen am besten gleich den Schulranzen für den nächsten Schultag vor. Loben Sie Ihr Kind, wenn es all das geschafft hat.

Belohnen Sie Ihr Kind

Immer wenn Sie denken, Ihr Kind hat etwas sehr gut gemacht, belohnen Sie es. Das kann mit positiven Worten geschehen, mit Kleinigkeiten, die sich ihr Kind wünscht oder einer kleinen Überraschung. Sie können aber auch ein Belohnungssystem mit Ihrem Kind ausmachen und je mehr mehr belohnenswertes von Ihrem Kind kommt, desto größer fällt dann die Belohnung aus. Wir haben extra für Sie einen Vordruck mit einem Belohnungssystem erstellt. Dieses können Sie einfach bei uns in der Praxis mitnehmen oder sich hier einfach zum ausdrucken herunterladen.

Versäumnisse/Fehlverhalten sofort ahnden

Schieben Sie es nicht auf die lange Bank, wenn Ihr Kind wieder durch sein “Fehlverhalten” auffällt und reden Sie gleich mit ihm. Genau wie eine Belohnung sollte auch sein Fehlverhalten umgehend geahndet werden. Auf diese Weise erkennt ihr Kind sofort, wenn es etwas falsch gemacht hat und entwickelt ein besseres Gefühl dafür, was Falsch oder Richtig ist. Bei bestimmtem Aktivitäten oder zu erledigenden Arbeiten kann auch auch schon im Vorfeld eine (kleine) Belohnung ein guter Anreiz für richtiges und ordentliches Verhalten sein.

Lenken Sie den Bewegungsdrang…

ADHS geplagte Kinder fallen oft durch ihren vergrößerten Bewegungsdrang auf. Versuchen Sie diesen Bewegungsdrang so zu lenken, dass Sie ihn gleichzeitig fördern können. So kann ihr Kind auch mal richtig seine Energie entladen und sich austoben. Hier eignen sich sportliche Aktivitäten sehr gut dafür. Auch zwischen den Hausaufgaben kann man gezielt durch etwas Sport und durch kurzes Auspowern dafür sorgen, dass es danach wieder konzentrierter mitarbeitet.

Zeigen Sie immer Ihre Zuneigung

Egal was war, egal was ist und egal was kommt. Zeigen Sie ihrem Kind stets ihre Zuneigung und ihre Liebe. AD(H)S Kinder benötigen mehr Wärme, mehr Zuneigung und dies nicht nur durch Worte. Nehmen Sie es so oft es geht auch mal in den Arm, fördern sie die kreativen Fähigkeiten besonders stark und loben sie es immer wieder. (Auch hier können Sie das Belohnungssystem benutzen). Ihr Kind soll nicht denken, dass es anders wie die anderen ist sondern es soll sich angenommen, geborgen und gefördert fühlen. Auch eventuelle Geschwister können ein so einen großen Anteil daran haben, dasss ich Ihr Kind immer besser, wohler und selbstbewusster fühlt, was die Arbeit mit ihm immens erleichtert.

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